Veröffentlicht am 9. Oktober 2026
Was kostet ein Studium in der Schweiz? Gebühren an ETH, Uni und FH
Was Semestergebühren an ETH, Universitäten und Fachhochschulen kosten, was sich für ausländische Studierende ändert und was du ausserdem einplanen musst.
Zum Start des Herbstsemesters 2026 stellt sich für viele die Frage, was ein Studium konkret kostet. Die Semestergebühren sind in der Schweiz im internationalen Vergleich tief. Die Lebenshaltungskosten sind der grössere Posten. Dieser Text sortiert beides und zeigt, wo sich bei den Gebühren etwas verändert hat. Stipendien sind ein eigenes Thema und hier ausgeklammert.
Semestergebühren: Was die Hochschulen verlangen
Die Gebühren legt jede Hochschule selbst fest. Die ETH Zürich und die EPFL verlangten bis 2025 von allen Studierenden 730 Franken pro Semester, unabhängig von der Nationalität. Laut einem Bericht, den SRF zitiert, liegen die Gebühren an Schweizer Hochschulen im Schnitt bei 1’100 Franken pro Semester. Die ETH lag damit unter dem Durchschnitt.
Bei den kantonalen Universitäten gibt es grössere Unterschiede. Eine Übersicht von eduwo.ch nennt die Universität Genf mit 500 Franken pro Semester als günstigste und die Università della Svizzera italiana in Lugano mit 2’000 Franken als teuerste öffentliche Universität. Bei den Fachhochschulen nennt dieselbe Quelle rund 800 Franken pro Semester. Das sind Richtwerte aus Sekundärquellen. Verbindlich ist immer die Gebührenseite der Hochschule, bei der du dich anmeldest, und sie kann sich von Jahr zu Jahr ändern.
Zu den Semestergebühren kommen oft kleinere Beträge für Studierendenverbände, Sport und Verwaltung hinzu. Einmalige Anmeldegebühren oder Kosten für die Prüfung der Zulassung sind ebenfalls möglich.
Was sich an der ETH und der EPFL geändert hat
Im Juli 2024 teilte der ETH-Rat mit, die Gebühren für ausländische Studierende an der ETH Zürich und der EPFL verdreifachen zu wollen, und zwar ab dem Herbstsemester 2025. Als Begründung nannte er klare Abstimmungen und Resultate im Parlament zum Thema. Der ETH-Rat schlug ausserdem vor, alle Studiengebühren an den Landesindex der Konsumentenpreise zu koppeln, damit die Teuerung die Einnahmen nicht aufzehrt (so berichtete es Blick).
Laut einer Übersicht auf study-abroad.org gelten seit dem Herbstsemester 2025 für Studierende ohne Schweizer oder EU-Bezug 2’190 Franken pro Semester statt 730 Franken. Wer vorher immatrikuliert war, schliesst sein laufendes Studium zu den alten Gebühren ab. Diese Angaben stammen aus einer Zusammenstellung für internationale Studierende, nicht von der ETH selbst. Prüfe die Beträge deshalb auf ethz.ch und epfl.ch, besonders wenn du nicht in der Schweiz zur Schule gegangen bist.
Die Argumente gingen in der Debatte auseinander. Befürworter verwiesen auf die Gebühren im Ausland, Gegner auf die geschätzten Mehreinnahmen von rund 25 Millionen Franken, die nicht einmal ein Prozent des ETH-Budgets ausmachen würden. Der ETH-Rat selbst hatte sich laut SRF im Vorfeld gegen die Erhöhung ausgesprochen. Der Verband der Studierenden der ETH (VSETH) sammelte Unterschriften für eine Petition.
Wo Ausländerinnen und Ausländer schon länger mehr zahlen
Unterschiedliche Tarife gibt es in der Schweiz nicht erst seit der ETH-Debatte. An der Universität St. Gallen zahlen Inländer im Bachelor 1’229 Franken pro Semester, Ausländer 3’129 Franken, wie swissinfo berichtet. Im Master verlangt die HSG laut SRF 1’429 Franken von Inländern und 3’329 Franken von Bildungsausländern.
Für dich als Schweizer Maturandin oder Maturand ändert sich damit an der ETH nichts. Die höheren Tarife betreffen Personen, die ihre Ausbildung im Ausland abgeschlossen haben. Wenn du Freunde oder Familie im Ausland hast, die über ein Studium in der Schweiz nachdenken, lohnt sich ein Blick auf die Gebührenseiten.
Lebenshaltungskosten: Der grössere Posten
Die Semestergebühren machen nur einen kleinen Teil aus. Eine Übersicht von study-abroad.org rechnet für Zürich mit 2’000 bis 2’500 Franken pro Monat inklusive geteilter Wohnung, für Bern mit 1’500 bis 1’800 Franken. Die Zahlen stammen von 2026, sind aber Schätzungen eines Ratgeberportals und keine amtliche Statistik. Das Bundesamt für Statistik erhebt die soziale und wirtschaftliche Lage der Studierenden, dort findest du belastbarere Werte.
Die Wohnform macht viel aus. Das BIZ Bern setzt laut eduwo.ch für Studierende im Elternhaus einen Lebensunterhalt von 750 bis 1’360 Franken pro Monat an, für Auswärtswohnende 1’540 bis 2’230 Franken. Die Krankenkasse kommt je nach Quelle hinzu, ebenso Notebook und Unterrichtsmaterial. Ein Halbtax kostet 185 Franken pro Jahr.
So gehst du das Budget an
- Notiere die Gebühren der Hochschulen, die für dich infrage kommen, direkt von deren Websites.
- Rechne mit zwei Szenarien: Zu Hause wohnen und auswärts wohnen.
- Plane Krankenkasse, Verkehr und Material ein.
- Frage deine Eltern, was sie beitragen können, bevor du Zahlen vergleichst.
Die Studienwahl selbst kann sich ebenfalls auf die Kosten auswirken. Wer zum Beispiel Wirtschaft oder Pädagogik studiert, hat je nach Hochschule andere Gebühren und andere Möglichkeiten für einen Nebenjob. Welche Richtungen zu deinen Interessen passen, zeigt dir der kostenlose Fragebogen von wasstudieren.
Offen ist, wie sich die Gebühren in den nächsten Jahren entwickeln. Wenn der Vorschlag des ETH-Rats zur Anbindung an die Teuerung umgesetzt wird, steigen sie regelmässig. Ob das tatsächlich beschlossen wurde, geht aus den vorliegenden Quellen nicht hervor.
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Zum FragebogenQuellen
- ETH-Rat will Gebühren für ausländische Studierende verdreifachen (Blick / Keystone-SDA, 2024-07-12)
- ETH-Rat will Gebühren für ausländische Studierende verdreifachen - SWI swissinfo.ch
- Nationalrat will höhere Gebühren für Studierende aus dem Ausland - News - SRF
- Verdreifachung der Studiengebühren an der ETH – Petition läuft — Tsri
- Cost of Studying in Switzerland: Full Breakdown
- 💰 Kosten Studium Schweiz – Was du einplanen musst
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